Die Schneekönigin - Erste Geschichte, welche von dem Spiegel und den Scherben handelt

Es gab einmal einen bösen Zauberer, der besaß einen Spiegel, der alles Schöne verschwinden ließ und das Hässliche und Schlechte hervorhob. Die schönsten Landschaften sahen darin aus wie gekochter Spinat und die besten Menschen, wie schreckliche Monster. Der böse Zauberer fand dies sehr belustigend. Hatte einmal ein Mensch einen guten, frommen Gedanken, dann begann der Spiegel zu grinsen. Alle, die seine Zauberschule besuchten, erzählten rings umher, dass ein Wunder geschehen sei; Nun könne man erst sehen, wie die Welt und die Menschen wirklich aussehen. Die Schüler liefen mit dem Spiegel durch die Lande und schauten sich die Menschen an. Jeder von denen sah verdreht darin aus.

Nachdem sie sich alle Menschen auf der Erde angesehen hatten, wollten sie in den Himmel fahren und sich über Gott und die Engel lustig machen. Je höher sie flogen um so fürchterlicher und angsteinflößender wurde das Grinsen des Spiegels, bis er schließlich erzitterte, zu Boden stürzte und in tausend Teile zersplitterte.

Einige der Splitter waren nicht größer als ein Sandkorn, flogen durch die Welt und die Leute bekamen sie in die Augen. Die Menschen sahen nun alles verkehrt und hatten nur noch Augen für die schlechten Dinge. Einige der Menschen bekamen eine Scherbe in ihr Herz und dieses wurde einem Klumpen Eis gleich. Wieder andere Scheiben waren so groß, dass sie als Fensterscheiben oder Brillengläser genutzt wurden. Der böse Zauberer lachte immer mehr, bis ihm fast der Bauch platzte.

Ende

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