Alle Märchen von Brüder Grimm

Biografie von Brüder Grimm

Bild Brüder Grimm

Wer kennt sie nicht, die Grimms Märchen? Doch nicht nur durch diese Sammlung von Haus- und Kindermädchen wurden die Gebrüder Grimm berühmt. Mit ihren zahlreichen Werken beeinflussten sie bereits vorhandene Wissenschaften, und schufen sogar neue wissenschaftliche Bereiche. Sie waren auch Mitbegründer der Deutschen Philologie und Germanistik.

Geboren wurden die Brüder am 4. Januar 1785 (Jacob) und 24. Februar 1786 (Wilhelm) in Hanau. Ihre Jugend verbrachten sie in Steinau an der Straße. Ab 1798 besuchten die sie das Friedrichsgymnasium in Kassel und studierten danach an der Philips-Universität in Marburg Rechtswissenschaften. Dort erhielten sie Zugang zu Werken der Romantik und des Minnegesangs, und wurden von Clemens Brentano und Achim von Arnim mit dem Heidelberger Kreis zusammengebracht.

In den Jahren 1806 – 1815 trugen die Brüder zahlreiche mündlich überlieferte Kinder- und Hausmärchen zusammen und veröffentlichten sie in zwei Bänden. 1819 erschien eine überarbeitete Auflage. Diese Sammlung stellt das Hauptwerk der Grimms dar. Die heute wahrscheinlich bekanntesten Märchen sind neben „Hänsel und Gretel“, Dornröschen, „Der Wolf und die sieben Geißlein“, sowie Rotkäppchen.

Im Zuge dieser Arbeit begründete Wilhelm Grimm durch seine Methodik die Entwicklung der Volksmärchen und Quellen auf der sie beruhen zu untersuchen, die Märchenkunde als Wissenschaft. Ihre Anstellung als Bibliothekar und Sekretär der Bibliothek in Kassel eröffnete den Brüdern zahlreiche Möglichkeiten ihre Forschungen voranzubringen. 1819 erhielten sie von der Universität Marburg die Ehrendoktorwürde. 1830 und 1835 wurden die Brüder ordentliche Professoren.

Neben zahlreichen gemeinsamen Publikationen erschienen auch Einzelwerke der beiden Brüder. Mit seinem Werk der „Deutschen Grammatik“ schuf Jacob Grimm die Basis für die moderne Etymologie, und mit dem Buch „Deutsche Mythologie“ nahm er starken Einfuß auf die damalige Forschung der Mythologie. Wilhelm Grimm schrieb mehrere Bücher über das Thema Runen. 1829 veröffentlichte er sein Buch „Die deutsche Heldensage“.

Weitere wichtige Stationen im Leben der Brüder Grimm waren Göttingen (1829-1837) und Berlin. In Göttingen unterstützten sie die Formulierung der deutschen Menschenrechte und protestierten gemeinsam mit fünf anderen Professoren gegen den Verfassungsbruch des Königs Ernst August I von Hannover. Dafür wurden sie ihrer Ämter enthoben und kehrten nach Kassel zurück.

1840 gingen die Brüder auf Veranlassung von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen nach Berlin und wurden ein Jahr später in der Akademie der Wissenschaften aufgenommen. In Berlin entstand auch das Werk „Geschichte der deutschen Sprache“. Auch das bereits in Göttingen angefangene "Deutsches Wörterbuch" wurde fortgeführt. Es wurde von den Brüdern jedoch nie beendet. Wilhelm Grimm verstarb 1859 und sein Bruder Jacob 1863.

Auch nach ihrem Tod wird das Schaffen und Wirken der Gebrüder Grimm auf vielfache Weise geehrt. So gehören beispielsweise ihre Grabstätten zu den Ehrengräbern des Landes Berlin, und die Handschrift der Kinder- und Hausmärchen wurde in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen. Doch am einprägsamsten bleiben Jacob und Wilhelm Grimm wohl mit ihren berühmten Grimms Märchen in Erinnerung.