Alle Märchen von Richard von Volkmann

Biografie von Richard von Volkmann

Bild Richard von Volkmann

Als Sohn des Universitätsprofessors Alfred Wilhelm Volkmann wurde am 17. August 1830 Richard Volkmann geboren. Durch eine spätere Erhebung im Jahre 1885 in den Adelsstand wurde seinem Namen ein "von" zugefügt. Bis zum Beginn seines medizinischen Studiums 1850 an den Universitäten Berlin, Halle und Gießen besuchte er die Fürstenschule Grimma. Nach vier Jahren des Studiums promovierte Volkmann an der Universität Berlin zum Dr. med. und arbeitete anschließend als Assistenzarzt an der Chirurgischen Universitätsklinik in Halle unter Ernst Blasius bis zu seiner Habilitation 1857 mit der Veröffentlichung "Bemerkungen über einige vom Krebs zu trennende Geschwülste".

Nach einer kurzzeitigen Niederlassung als praktischer Chirurg in Halle, kehrte er 1863 als außerordentlicher Professor an die Universität Halle zurück. 1866 war er als Chefarzt eines Lazaretts in Böhmen während des Krieges gegen Österreich eingesetzt. Während dieses Kriegseinsatzes verfasste er seine bekannten Märchen, die zusammengefasst im Band "Träumereien an französischen Kaminen" unter seinem Pseudonym "Richard Leander" veröffentlicht wurden.

Als Leiter des Ordinariats und der chirurgischen Universitätsklinik führte er als einer der ersten Ärzte die antiseptische Wundbehandlung mit Karbol nach dem britischen Mediziner Joseph Lister ein. Herausragende medizinische Leistungen erbrachte von Volkmann sowohl in der Orthopädie von Extremitäten und Wirbelsäule als auch in der Entwicklung von Operationen bei komplizierten Knochenbrüchen. Zudem entwickelte er Operationen und Behandlungsmöglichkeiten von Mastdarmkrebs. Darüber hinaus wurde nach seiner Konzeption und Planung die chirurgische Universitätsklinik Halle neu errichtet und ausgestattet, weshalb er Rufe anderer Universitäten stets ausschlug und in der Stadt an der Saale blieb.

Seinen sehr guten wissenschaftlichen Ruf untermauerte er als Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie 1872, dessen Vorsitzender er über Jahre war. Während des Krieges in den Jahren 1870 und 1871 infizierte er sich jedoch mit Syphilis, die ihn häufig an der Ausübung seines Berufes hinderte. Am 28. November 1889 erlag er im thüringischen Jena einer Lungenentzündung. In Ehren an seine medizinischen Erfolge verleiht die Mitteldeutsche Chirurgenvereinigung jährlich die Volkmann-Medaille an verdiente Chirurgen. Beigesetzt ist Richard von Volkmann auf dem Stadtgottesacker in Halle/Saale.

Die bekanntesten Märchen des Richard von Volkmann sind unter anderem "Das kleine bucklige Mädchen", "Wie der Teufel ins Weihwasser fiel" und "Der kleine Vogel". Alle Märchen von Richard von Volkmann sind in dem Werk "Träumereien an französischen Kaminen" zusammengefasst. Diese Märchensammlung ist mittlerweile bereits in über 300 Auflagen erschienen und wurde weltweit über eine Million Mal verkauft. Folgende 20 Märchen sind darin zu finden, die sich auch bis heute großer Beliebtheit erfreuen:

- Das Klapperstorch-Märchen

- Wie der Teufel ins Weihwasser fiel

- Von Himmel und Hölle

- Der alte Koffer

- Sepp auf der Freite

- Der kleine Mohr und die Goldprinzessin

- Pechvogel und Glückskind

- Der verrostete Ritter

- Heino im Sumpf

- Der Wunschring

- Goldtöchterchen

- Die Alte-Weiber-Mühle

- Eine Kindergeschichte

- Die drei Schwestern mit den gläsernen Herzen

- Die himmlische Musik

- Die künstliche Orgel

- Vom unsichtbaren Königreiche

- Die Traumbuche

- Von der Königin, die keine Pfeffernüsse backen, und dem König, der nicht das Brummeisen spielen konnte

- Wie sich der Christoph und das Bärbel immer aneinander vorbei gewünscht haben